Von Dominik Mai

Einleitung

In einer großen Multimedia-Geschichte erzählen wir in fünf Kapiteln von Berlins wohl buntester Straße, die das hippe Neukölln mit dem beschaulichen Treptow verbindet.

Einleitung von Dominik Mai

Berlin ist hip und traditionell, billig und teuer, deutsch und arabisch, Ost und West, hektisch und ruhig. Eine Stadt der Kontraste, ständig im Wandel und auf der Suche nach sich selbst. Nirgends sonst wird dies so deutlich wie in einer Straße: „Man muss, will man Berlin kennenlernen, einzig die Sonnenallee kennenlernen“, schreibt der Autor Jörg Sundermeier über jene quirlige Straße, die das hippe Neukölln mit dem beschaulichen Treptow verbindet.

Hier zeigt sich die ganze Vielfalt der Stadt: Neue Restaurants reihen sich an alteingesessene Kneipen, aufwändig modernisierte Gründerzeithäuser an sozialen Wohnungsbau, deutsche Läden an arabische Geschäfte. Es sind diese Kontraste, die die knapp fünf Kilometer lange Magistrale auszeichnen.

In fünf multimedialen Geschichten erzählen wir davon – anhand von Menschen, die an Berlins wohl buntester Straße leben und arbeiten. Menschen, die die Sonnenallee prägen. Wir beginnen unsere Reise im Kapitel Hip und urig bei Simone Bannemann und Deniz Agaoglu, die Tür an Tür eine traditionelle Kneipe und ein modernes Café betreiben. Sie erzählen vom Wandel in der Sonnenallee und ihren Gästen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Leben in der “arabischen Straße”

Im Kapitel Billig und teuer widmen wir uns den steigenden Mieten. Wir berichten vom Ehepaar Lüder, das seit zwanzig Jahren in der High-Deck-Siedlung wohnt und dort nicht mehr weg will. Für das Kapitel Alt und neu haben wir Ihab Sahary in seiner syrischen Bäckerei und Youssef El-Ahmad in seinem libanesischen Restaurant besucht. Anhand ihrer Lebensgeschichten erzählen wir vom multikulturellen und kulinarischen Leben entlang der Sonnenallee, die sich über mehrere Generationen hinweg zur „arabischen Straße“ entwickelt hat.

Janine Fiedler und Brigitte Becker erinnern im Kapitel Ost und West an die Teilung der Sonnenallee und berichten, wie es war, direkt an der ehemaligen Grenze zu leben – die eine aus der Ost-Sicht, die andere aus der West-Perspektive. Schließlich besuchen wir im Kapitel Hektisch und ruhig Anfang und Ende der Sonnenallee: Den trubeligen Hermannplatz auf der einen und die idyllische Kleingartenkolonie Volksgärten auf der anderen Seite.

Die fünf Geschichten zeichnen ein Bild der legendären Straße, über die Leander Haußmann einen Film gedreht und Rio Reiser ein Lied gesungen hat. Die fünf Geschichten zeichnen aber auch ein Bild Berlins im Kleinen – einer Stadt der Kontraste, die so vielfältig ist wie keine andere Metropole der Welt.

Autoren
Felix Firme
Frauke Hinrichsen
Robert John
Dominik Mai
Klara Niederbacher
Silvia Perdoni

Fotograf
Tanja Schnitzler

Video
Frauke Hinrichsen
Tom Schildberg

Konzeption
Dominik Mai

Schlussredaktion
Maike Schultz
Dominik Mai